Minimalismus

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Minimalismus in der Architektur

Der Minimalismus ist ein Architekturstil, der sich im Wesentlichen durch seine einfache Formensprache und durch den Verzicht auf Dekorationselemente auszeichnet. Die Ursprünge liegen in der Architekturmoderne der 20er Jahre und bis heute bildet der Minimalismus die Entwurfsgrundlage für viele zeitgenössische Architekten. Inzwischen gilt der Stil in einigen Fachkreisen allerdings als überholt und weicht zunehmend anderen zeitgenössischen Strömungen, die wieder zu stärkerer Formung, Strukturierung und Verzierung von Gebäuden tendieren.

Minimalismus in der Kunst

Der Minimalismus oder englisch Minimal-Art ist eine in den frühen 60er Jahren des 20. Jahrhunderts in den USA als Gegenbewegung zur gestischen Malerei des Abstrakten Expressionismus entstandene Kunstströmung der Bildenden Kunst (Malerei, Bildhauerei, Objektkunst). In der Architektur ist er seit den 1980er Jahren vertreten (siehe: Minimalismus (Architektur)).

Minimalismus strebt nach Objektivität, schematischer Klarheit, Logik und Entpersönlichung. Typisch für Skulpturen und Objekte des Minimalismus ist das Reduzieren auf einfache und übersichtliche, meist geometrische Grundstrukturen (sogenannte Primary Structures), häufig in serieller Wiederholung, die industrielle Produktion wie auch der Einsatz von Fertigprodukten (z. B. Stein- und Metallfliesen (Carl Andre), Neonröhren (Dan Flavin), Stahlrahmen (Donald Judd)), oder die überdimensionale Vergrößerung (Ronald Bladen, Tony Smith). So entstanden eigene Ordnungen, mit ihren eigenen Regeln und Gesetzen, die mit Gegensätzen wie Anfang und Ende, Fülle und Leere operierten. Vertreter der minimalistischen Skulptur sind ferner John McCracken, Sol LeWitt, Walter De Maria, Robert Morris, Larry Bell oder Fred Sandback. Obwohl auch in der Malerei Farben und Formen auf das Einfachste reduziert wurden (auf Grundstrukturen, monochrome und geometrische Flächen), wird Minimalismus vorwiegend auf dreidimensionale Kunst angewendet. Ausgehend von konstruktivistischen Vorstellungen waren wichtige Wegbereiter dieser malerischen Kunstauffassung James Rosenquist, Ellsworth Kelly, Frank Stella, Jo Baer oder Agnes Martin.

Den Begriff prägte 1965 der britische Philosoph und Kunstkritiker Richard Wollheim in seinem Essay Minimal Art (in: Art Magazine, Januar 1965), der allerdings auf eine andere Kunst Bezug nahm. Wichtig für die Begriffsbildung war auch Donald Judd, nach seinen Vorstellungen ging es darum, der Farbe eine plastische Form zu geben, um so in den Raum hinein zu wirken (vgl. Judds Artikel Specific Objects, 1965). Diese „Inszenierung“ in den Raum hinein hatte auch einen maßgeblichen Einfluss für die Entwicklung der postmodernen Konzept- und Aktionskunst im Gefolge des Minimalismus.

Der Minimalismus wurde als eine speziell amerikanische Kunstbewegung verstanden, die sich von europäischen Traditionen (etwa dem Konstruktivismus, der Konkreten Kunst, der Malerei am Bauhaus) abzugrenzen suchte. Mit gleichem Recht wäre der Begriff auf europäische mit geometrischen Strukturen arbeitende Bildhauer anzuwenden, etwa Max Bill, Erwin Heerich, Peter Roehr oder Ulrich Rückriem. 1969 wurden Werke der amerikanischen Minimal-Art erstmals in einer Ausstellungs-Tournee mit Stationen in Düsseldorf und Berlin in Deutschland präsentiert. In der Architektur und Landschaftsarchitektur des 20. Jahrhunderts galt der Minimalismus, insbesondere die Skulpturen von Donald Judd, Carl Andre und Sol LeWitt, neben der Land Art wegen ihrer starken räumlichen Ausdruckskraft zu den wichtigsten Inspirationsquellen, deren Einfluss