Mehrfachbelichtung in der Fotografie

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Die Mehrfachbelichtung ist ein Phänomen in der Fotografie. Bei der chemischen Fotografie kann es vorkommen, dass mehrere Aufnahmen auf die gleiche Stelle der Emulsion belichtet werden, so dass sich die Einzelaufnahmen zu einem gemeinsamen Bild überlagern. Bei der digitalen Fotografie wird der Aufnahmechip mehrfach belichtet, bevor dieser ausgelesen und gelöscht wird. Dieser Effekt kann bewusst herbeigeführt werden, ist jedoch meist unerwünscht.

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Einsatzgebiet von Mehrfachbelichtung

    * Örtlich oder zeitlich getrennt aufgenommene Motive lassen sich zu einem Bild komponieren. Im Unterschied zur Fotomontage sind die überlagerten Motive auf dem Bild jedoch nicht opak, sondern erscheinen transparent. Dieser Effekt kann, falls gewünscht, durch Einsatz von Masken verhindert werden.

    * Der Eindruck eines Röntgenblicks kann erzeugt werden, indem eine Aufnahme mit und eine Aufnahme ohne Hülle überlagert werden.

    * Bewegungsabläufe können visualisiert werden, indem mehrere Phasen einer Bewegung auf einem Bild sichtbar gemacht werden.

Lochkamera:Selbstportrait
Lochkamera:Selbstportrait

    * beim Einsatz einer Lochkamera ergeben sich Mehrfachbelichtungen zwangsläufig durch die extrem langen Belichtungszeiten.

    * Veranschaulichung des Ablaufs von Mondfinsternissen und Sonnenfinsternissen

    * Porträtfotos, bei denen ein und dieselbe Person mindestens zwei mal zu sehen ist.

    * Fälschung von UFO-Fotos


Technische Realisierung von Mehrfachbelichtung

Zwei Methoden zur Mehrfachbelichtung stehen zur Verfügung:

    * Bei dauerhaft geöffnetem Verschluss (Stellung B) erzielt man durch Auslösen mehrerer Blitzlichter eine mehrfache Belichtung des Films. Dieses Verfahren ist nur bei Dunkelheit praktikabel, da Überbelichtung sonst die Folge wäre. Diese Methode eignet sich besonders für die Analyse extrem schneller Bewegungsabläufe, z. B. in der Ballistik.

    * Der Verschluss wird für jede Einzelbelichtung erneut geöffnet, der Film wird zwischen den Belichtungen jedoch nicht transportiert bzw. der Aufnahmechip nicht ausgelesen und gelöscht. Kameras mit automatischem Filmtransport müssen vorher in eine entsprechende Betriebsart gebracht werden, um das Vorspulen des Films nach jeder Einzel-Belichtung zu unterdrücken. Bei Kameras mit manuellem Filmtransport muss die üblicherweise vorhandene Sperre zur Verhinderung unbeabsichtigter Mehrfachbelichtungen aufgehoben werden.