Irving Penn - Fotograf

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Das ist wahrscheinlich die beste Fotoaufnahme von Pablo Picasso, die es auf der Welt gibt. Schwarz-weiss, eingehüllt in einen Mantel und mit einem ausgeleuchteten Auge und dem anderen in der Dunkelheit versenkt, verstärkt der schwungvolle Hut die enorme Aussagestärke dieses meisterlichen Fotos.

Irving Penn (geb. 1917) wurde als Designer ausgebildet. Neben der Tätigkeit als Grafiker photographierte er schon früh Ladenschilder und Fassaden. Indem er die Titelseite der Vogue entwarf, trat er in die Welt der Mode ein. 1943 nahm er für diese prominente Stelle ein Stilleben auf. Dann machte er mit Porträts auf sich aufmerksam. Stark ins Gedächtnis prägte sich die Serie, für die er vornehmlich bildende Künstler wie Marcel Duchamp oder Georgia O'Keeffe zwischen Stellwände zwängte, die im spitzen Winkel aufeinander zuliefen. Person und Raum mußten unwillkürlich interagieren und nicht allen kam dabei ihre Prominenz zu Hilfe.

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Fotograf Irving Penn Portrait Pablo Picasso Als Modephotograph beerbte er die Pariser Vorkriegsavantgarde à la Hoyningen-Huene oder Horst P. Horst. Formale Extravaganzen, wie die Aufnahme durch eine Flasche hindurch (Man Lighting Girl's Cigarette, 1949), sowie eine minitiös komponierte, exakt ausgeleuchtete Szenerie, der Reichtum schwarz-weißer Valeurs, den er alsbald zu einem Spiel mit Kontrasten verstärkte, geben darüber Aufschluß. Gleichzeitig legte er mit den mittlerweile legendären Photos von "Christmas at Cuzco" (1948), für die er in die Rolle eines mexikanischen Dorfphotographen geschlüpft war, den Grundstein für seine Version von "Etnoporträts". Das Publikum war für diese Begegnung offensichtlich noch nicht bereit: Als die Bilder 1949 in der Vogue erschienen, waren sie stark koloriert worden und somit simplifiziert.
Aktphotos, die er zwar seit 1950 fertigte, aber erst 1980 öffentlich präsentierte, stehen für eine weitere photographische Facette. Zeitlich parallel und dennoch ganz anders geartet, riefen Stilleben aus Müll und Zigarettenkippen Erstaunen hervor. Beide Themen lassen allerdings auf eine rege Auseinandersetzung mit der bildenden Kunst schließen.

In der Nachkriegszeit wurde Irving Penn als Mode- und Portraitfotograf berühmt. In seinen späteren Lebensjahren wandte er sich verstärkt dem Stillleben zu. Penn zählt mit Richard Avedon und anderen zu den wichtigsten Fotografen des 20. Jahrhunderts.

Ausgebildet wurde Penn als Designer. Seit den 40er Jahren fotografierte er u.a. für die Vogue. Viele der berühmtesten Vogue-Bilder entstammen seiner Kamera. Neben seinen Modefotos wurden vor allem seine Portraits weltberühmt. Jeder kennt sein Portrait von Pablo Picasso mit Hut und Mantelkragen aus dem Jahr 1957, aus dem Picasso den Betrachter mit einem eindringlichen Auge ansieht, oder das Bild der Hand des Jazztrompeters Miles Davis. Berühmt wurden auch seine Portraits, bei denen er vornehmlich Künstler wie Marcel Duchamp, Georgia O'Keeffe, Igor Stravinsky oder Spencer Tracy zwischen zwei Stellwände einzwängte.

Irving Penn war bis zu deren Tod mit dem Mannequin Lisa Fonssagrives verheiratet. Diese stand ihrem Mann auch oft Modell, so für viele Bilder in der Vogue. Besonders markant ist sein Bild „Harlequin Dress“ (1950), auf dem Lisa Fonssagrives-Penn mit schwarzem Hut, schwarz-weiß-kariertem Kleid und Zigarette lasziv posiert.

Die Irving Penn-Sammlung befindet sich im Art Institute of Chicago, das 1997 die Wanderausstellung „Irving Penn, A Career in Photography“ organisierte. Die Ausstellung wurde in Deutschland in den Deichtorhallen Hamburg (18. Juni bis 6. September 1998) und im Münchner Stadtmuseum (Oktober bis November 1998) gezeigt.

Penns Photographien zeichnen sich unabhängig von ihrem Aggregatzustand dadurch aus, daß alle auf Fortdauer ihres Stils angelegt sind. Was als Intention eigentlich unmöglich ist, gelang ihm doch: Die Schaffung visueller Ikonen, die ihm eine stilistische und motivische Nachfolge bis in die Gegenwart einbrachte. Als eine Begründung dafür mag die Auseinandersetzung mit seinen Vorläufern herhalten. Angefangen bei den Porträts, bei denen die konzentrierte Atmosphäre früher Studiophotographien aufgegriffen wurde, bis hin zu den zeitlosen Aktaufnahmen, die in den Fußstapfen André Kertesz' und Bill Brandts das bildnerische Vermögen der Photographie reflektieren.
Als logische Konsequenz wurde das Penn'sche Repertoire von nachfolgenden Künstlern wiederaufgegriffen. Vor dem unwiederbringlichen Picassoporträt (1957) verneigten sich z.B. junge Photographen in der Form des Plagiats (Tillmann & Vollmer, "Pablo Gruber", 1984). Wer Stefan Moses Porträtserien der Deutschen (1980 publiziert) kennt, weiß spätestens jetzt um seinen geistigen Ziehvater. Als fürchte er dennoch die Unbeständigkeit seiner Lichtbilder, ist in den jüngeren Arrangements des heute achzigjährigen Irving Penn die zeitliche Dauer ein motivisches Thema. Ein humorvoller Zug biegt die vermeintliche Dramatik aber ab, indem er beispielsweise zwei Menschenschädel zum Liebespaar (The Poor Lovers, 1979), oder Knochen zum Memento Mori zusammenbringt. Sich selbst setzte er ein Denkmal, indem er sein Archiv dem Art Institute in Chicago schenkte, womit er seiner Aufarbeitung Vorschub leistete. Doch sein eigentliches Vermächtnis ist seine Allgegenwärtigkeit.