David Hamilton - Fotograf

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Der Weichzeichner ist das Markenzeichen von einem der kontroversesten Fotografen David Hamilton. Seine Fotografie sei für ihn viel mehr eine "gemalte Fotografie" hat der Künstler immer wieder betont. Die Motive sind sehr breit gefächert, jedoch erlangte er eine zum Teil umstrittene Berühmtheit durch die Fotografien sehr junger, nackter Mädchen. David Hamilton versuchte nach eigener Aussage die Schönheit und die Faszination der „jungen Nymphen“ in seinen Fotos einfangen, ihre Verwirrung beim „plötzlichen Einbruch der Sinnlichkeit“ in der Pubertät festhalten.

Er fotografierte aber auch Landschaften, insbesondere Strände und tropische, mediterrane Ansichten, aber auch die Alpen oder Neuseeland, Stillleben, Blumen und andere Pflanzen, Stadtansichten wie die Venedigs oder von St. Tropez, Kunstwerke und auch Personen, hier vor allem Portraits.

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Hamiltons Werke sind frei von Leid und Hässlichkeit. Er liebt die Reinheit und Harmonie, in Blumen, Landschaften und in der Natürlichkeit junger Mädchen.

Noch heute genießt David Hamilton große Popularität und ist auf Grund seines einzigartigen Stils heute der Inbegriff des Weichzeichners. Selbst aktuelle Modetrends sind vom Stil seiner Bilder beeinflusst.

Keines seiner Bilder hat Hamilton nach eigenen Angaben mit künstlichem Licht gemacht, das seiner Meinung nach auch in südlichen Ländern nicht benötigt wird. Außerdem verzichtete er auf Reflektoren und Filter. Seine ganze Karriere hindurch benutzte er auch nur eine einzige Filmmarke, Ektachrome 200 ASA, einen nur wenig verbreiteten Rollfilm. Er betreibt keinerlei technischen Aufwand und beschreibt sich selbst als fotografischen Amateur.

Interview mit David Hamilton

Sie sind kürzlich 70 geworden. Wie war die Party?
Party? Gott bewahre! Tage wie Weihnachten, Silvester und Geburtstage versuche ich zu ignorieren. Der einzige Geburtstag, den ich je gefeiert habe, war mein fünfzigster.

Verlaufen die anderen Tage in Ihrem Leben ähnlich unspektakulär?
Ziemlich. Vormittags arbeite ich in meinem Archiv und telefoniere viel. Dann setze ich mich hin und schreibe an meinem Buch. Die zweite Tageshälfte sitze ich in meinem Stammlokal "Club 55" in St-Tropez, wo ich auch die meisten meiner Geschäfte abwickle, bei einem sehr langen, sehr gemütlichen Mittagessen.

Worüber schreiben Sie denn?
Ich arbeite seit einiger Zeit an einem Buch mit erotischen Geschichten. Wann es veröffentlicht wird, weiß ich noch nicht, ich muss erst mal vernünftige Übersetzer finden. Und neue Bildbände stehen auch an: Einer über Venedig ist fertig, einer über das historische Irland ist in Planung.

Junge, unschuldige Mädchen kommen Ihnen nicht mehr vor die Kamera?
Nein, diese Zeiten sind lange vorbei. Spätestens aber seit dem DutrouxSkandal ...

... dem Skandal um den belgischen Kinderschänder. Warum haben Sie nie mit professionellen Models gearbeitet?
Das sind verwöhnte Gören mit großen Köpfen, die viel zu viel kosten.

Wo haben Sie Ihre Mädchen damals aufgetrieben?
Die Model-Agenten John Casablancas und Eileen Ford, mit denen ich gut befreundet war, hatten dieselbe Spionin wie ich, eine alte Dame in Malmö. Ich habe die Mädchen fotografiert, anschließend wurden sie von John oder Eileen gebucht. Ich war in den Achtzigern auch Jury-Mitglied beim Model of the Year.

Warum haben Sie Skandinavierinnen und Deutsche bevorzugt?
Blond, blaue Augen. Die Blondine ist ein sehr seltener Vogel, nur ein Prozent der Welt ist blond. Sogar in Schweden gibt`s davon nur sehr wenig.

Viele Kritiker verdammten Ihre Fotos als oberflächliche Kaufhaus-Kunst.
Die meisten Kritiker hassen mich. Ihr Job ist es halt, ständig nach etwas Neuem zu suchen, damit sie es als erster entdecken können. Die französische Zeitung "Le Monde" hat mal eine Umfrage über die bedeutendsten Künstler gemacht, eine Art Who is who. Unter den Fotografen war ich mit Abstand auf Platz eins, vor Helmut Newton und all den anderen. Denn ich habe die Menschen berührt, mit meinen Fotos und Filmen. Die Sehnsucht nach Romantik und Nostalgie gibt es nach wie vor. Meine Bilder sind für die Ewigkeit.

Trotzdem ist Ihr Stil out.
Wenn Sie das an der Zahl verkaufter Poster, Kalender oder Postkarten messen, mag das stimmen. Aber ich fühlte mich nie als Teil des Mainstream, von Moden und Trends. Davon habe ich mich immer fern gehalten.

Nymphen, Unschuld, das erste Mal - woher kam Ihr Faible für diese Themen?
Jeder hat doch diese Fantasien. Ich bin ein großer Verehrer von Nabokov. Seine Lolita ist etwas ganz Besonderes, eine fiktive Figur, die nur in der Vorstellung existiert. Die Magie der unschuldigen Liebe, des ersten Mals hat schon Shakespeare in Romeo und Julia thematisiert. Das ist eine prägende Erfahrung, die schön sein kann oder schlimm - meistens schlimm...

Wie war´s bei Ihnen?
Das war so ein Reinfall, dass wir uns beide nicht mehr daran erinnern.
 

Fotobände von David Hamilton

  • Souvenirs, Swan, Kehl 1977, ISBN 3-88230-004-3
  • Erinnerungen an Bilitis. Fotoalbum über seinen ersten Film, Swan, Kehl 1977, ISBN 3-88230-005-1
  • David Hamilton. Seine besten Bilder 1965 - 1990, Südwest, München 1992, ISBN 3-517-01353-6
  • The Age of Innocence, Aurum Press, London 1995, ISBN 1-85410-304-0
  • Ein Platz an der Sonne, Edition Olms, Hombrechtikon/Zürich 1996, ISBN 3-283-00360-2
  • Holiday Snapshots, Edition Olms, Hombrechtikon/Zürich 1999, ISBN 3-283-00371-8
  • Venezia, Edel Classics, Hamburg 2003, ISBN 3-937406-09-3
  • Flowers, Edel Classics, Hamburg 2004 ISBN 3-937406-07-7
  • La Danse, Edel Classics, Hamburg 2005, ISBN 3-937406-09-3

Submitted by Anonymous (not verified) on 20. July 2008 - 19:56

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sehr geehrte Damen und Herren, sehr geehrter Herr Hamilton! Ich bin ein großer Bewunderer Ihrer Kunst, photografiere selbst gern. Ich besitze mehrerer Ihrer Bücher, aber zu meinem Glück fehlt mehr ein Bild von Ihnen: Sie haben ca. 2006 für den Gardinenhersteller ADO Fotos in mediterranem Ambiente gemacht. Ein Foto hat mich ganz besonders berührt: Durch eine Allee von Arkaden fällt das Licht, zarte Vorhänge wehen im Wind. Nirgendwo ist dieses Bild zu bekommen, ich hätte es gern als Poster, mindestens 60 x 80 cm. Können Sie mir weiterhelfen? Mit freundlichen Grüßen C.Gittel@web.de