Ludwig Angerer

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Ludwig Angerer (geboren 1827 Malaczka /Ungarn; gestorben 1879 in Wien) war ein österreichischer Fotograf.

Geboren als Sohn eines Försters lernte er zunächst Pharmazeut und begleitete 1854 als Feldapotheker ein österreichisches Regiment in den Donauländern und beschäftigte sich bereits zu dieser Zeit als Amateurfotograf. Bei seiner Rückkehr aus dem Krimkrieg erregten die mitgebrachten Papierfotos wegen ihrer technischen Vollendung großes Aufsehen.

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Er gründete gemeinsam mit Hugo von Strassern 1858 sein erstes Atelier in Wien. Noch vor 1860 übersiedelte er in ein neues Atelier und war bereits selbständig. 1860 wurde er k.k. Hof–Fotograf.

1862 übersiedelte er in das Nachbarhaus, welches sein Eigentum war. Dort baute er sich ein prächtiges und vielbeachtetes Atelier. Der Journalist und Fotograf Alois Nigg beschrieb diesen fotografischen Salon ersten Ranges nur kurz in seinem Atelierbericht, denn er führte an, dass dieser Bau so kostspielig sei, ganz im Palaisstil durchgeführt, so dass selbst von der haute volèe der Lichtbilderzeuger wegen seiner Kostspieligkeit kaum einen Nachahmer finden würde. Trotzdem schreibt er noch einiges über dieses Atelier: „Der Charakter der photographischen Wiener Schule, wenn es erlaubt ist, diesen Kunstausdruck auch hier zu bezeichnen, hat sich nun hauptsächlich durch die Einflussnahme von Ludwig Angerer entwickelt und so auch das von ihm gewählte Atelier – System, die allgemeinste Verbreitung gefunden; denn der zuerst von ihm angegebene und vom Baurat Romano ausgeführte Salon in der Theresianumgasse kann als das stricte Vorbild der später vom Architekten Förster auf dem Palais Todesco ( Photograph Leth) und auf dem Hotel National in der Leopoldstadt (Photograph Rabending) erbauten Ateliers angenommen werden, gerade so wie sein photographisches Verfahren durch zahlreiche Schüler und Assistenten direct und indirect sich in den Wiener Etablissements eingebürgert hat.“ (Photographische Correspondenz 1868).

Angerer hat 1857 die Carte-de-Visite-Photographie, welche in Paris große Mode war, in Wien mit großem Erfolg als erster angeboten und wesentlich zu deren Verbreitung beigetragen. 1867 baute er sich ein Filialatelier in der Stadt. Auch über dieses Atelier berichtet Alois Nigg: „Im ersten Stock Empfangssalon, Comptoir und Arbeitsraum, im oberen Teil das eigentliche Atelier. Sämtliche zum Oberlichte verwendete Glastafeln matt geschliffen, an der vertikalen Seitenwand ausschließlich blaue Gläser. Merkwürdig war, dass man im Inneren dieses Ateliers die blaue Farbe der Glaswand kaum bemerkte.“ Ab 1872 betrieb er gemeinsam mit seinem Bruder Viktor Angerer ein Atelier, das dieser leitete („L.&V.ANGERER“). 1873 zog er sich wegen Krankheit aus dem Geschäft zurück und übergab es an seinen Bruder Viktor. 1879 verstarb Ludwig Angerer.

Er portraitierte die österreichische und ausländische Prominenz und machte auch Stadtansichten von Wien, Genre- und Tierstudien. Als Amateur leistete er bedeutende Arbeiten zur Topografie der Monarchie. Die Tochter Angerers ehelichte den Fotografen Johann Bauer. Sein erster Sohn Fery Angerer wurde nicht Berufsfotograf sondern Arzt, er besaß ein Privatsanatorium am Mondsee und war begeisterter und anerkannter Amateurfotograf. Sein zweiter Sohn August Angerer hatte eine Kunsthandlung und dessen Onkel Viktor Angerer arbeitete für ihn als Fotograf. In den 1870er-Jahren trat Viktor Angerer, der dritte Sohn, in den Betrieb des Bruders ein und übernahm ihn nach dessen Tod.