Uwe Loesch - Grafikdesigner, Plakatdesigner

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Uwe Loesch studiert Grafik-Design von 1964 bis 1968 an der Peter Behrens-Werkkunstschule in Düsseldorf. Von 1974 an lehrt er als Dozent am Fachbereich Design der FH Düsseldorf und bietet zusammen mit Prof. Klaus Kammerichs im Hauptstudium Projekte an, die Konzeption, Grafik Design, Typografie, Fotografie und Illustration verbinden. 1985 wird er zum Professor am Fachbereich Design der FH Düsseldorf berufen. Seit 1990 ist er Professor für Kommunikationsdesign an der Bergischen Universität Wuppertal. Uwe Loesch ist Mitglied der AGI Alliance Graphique Internationale, des ADC für Deutschland und des TDC New York.

 

Interview mit Uwe Loesch


Herr Loesch, wo haben Sie gelernt, so schwarz und weiß zu sehen? Kaufen Sie Ihre Schuhe in Düsseldorf? Da Schwarz die Summe aller Farben ist, bin ich grundsätzlich farbig. Meine Schuhe sind übrigens handgemacht. Aus einer fixen Idee wurde der Spaß an der Freud’ zur Gewohnheit. Warum gehen Sie jedes Jahr zum FH-Diplomrundgang? Aus Informationslust! Es ist schon eine Freude, immer wieder drei bis vier hervorragende Ergebnisse unter den 50 bis 60 Bemühungen zu entdecken. Außerdem kommt es ab und zu vor, dass Gaststudierende aus Düsseldorf an meinen Projektkursen an der Wuppertaler Uni teilnehmen und mich später überreden, ihre Diplomarbeit als Co-Referent in Düsseldorf zu betreuen. So gesehen, habe ich immer noch einen Fuß in Düsseldorf. Warum lehren Sie nicht mehr in Düsseldorf? Die Bergische Universität Wuppertal hat mich einfach abgeworben. Insbesondere sind hier Siegfried Maser und Bazon Brock zu nennen, die mir phantastische Arbeitsbedingungen offeriert hatten. Obwohl Brock inzwischen emeritiert ist, arbeiten wir weiterhin in interessanten Projekten zusammen. Woher kommt der gute Ruf der Düsseldorfer Designausbildung? Der gute Ruf jeder Hochschule hängt von den Qualifikationen der Lehrenden ab. Die Studentinnen und Studenten stehen lauschend im Wald.

 

 

 

Ein sehr interessanter Statement von Uwe Loesch zu der Mappe für ein Design Studium


Prof. Uwe Loesch, Universität Wuppertal
Wie sieht eine Mappe aus?

Und was muss rein, wenn Sie an der Bergischen Universität Wuppertal Kommunikationsdesign studieren wollen?

Ihre Voraussetzungen:
Wenn Sie Kommunikationsdesign studieren wollen, sollten Sie über besondere künstlerisch-gestalterische Fähigkeiten verfügen. Wie bei einem Studium der Musik, für das eine überdurchschnittliche musikalische Begabung vorausgesetzt und nachgewiesen werden muss, ist für das Studium des Kommunikationsdesigns überdurchschnittliche Kreativität erforderlich.

Ihre Kreativität:
Diese kreativen Eigenschaften müssen in einer Mappe mit Arbeitsbeispielen zum Ausdruck kommen. Wer während seiner Schulzeit im Kunstunterricht und darüber hinaus gern gezeichnet, illustriert oder gemalt hat, wer vielleicht sogar auf Reisen Skizzenbücher angelegt oder fotografiert hat, wird sicherlich keine Probleme haben, die 10 bis maximal 15 besten Arbeiten auszuwählen und in die Mappe zu legen. Bildsequenzen und Bildserien gelten jeweils als eine Arbeit.

Ihr Handicap:
Wer nicht über genügend Arbeitsbeispiele verfügt, sollte zur Vorbereitung der Mappe intensiv zu zeichnen oder zu fotografieren beginnen und gegebenenfalls die Kursangebote von Volkshochschulen in den Bereichen Aktzeichnen, freies Zeichnen (Naturstudien), Fotografie, Video nutzen.

Ihre besonderen Fähigkeiten:
Bewerberinnen und Bewerber, die nicht über besondere, angeborene zeichnerische Fähigkeiten verfügen, können diesen Mangel durch die Vorlage von freien fotografischen Arbeiten kompensieren.

Ihre fotografischen Arbeiten:
Erwartet werden Fotografien, die ein bestimmtes Thema reflektieren oder ein gesteigertes Interesse des Fotografen an seiner Umwelt dokumentieren. Beispielsweise sind sicherlich Familienfotos unangebracht, wohl aber ein fotografischer Essay über das Thema „Familie“. Ein weiteres Beispiel wäre, statt des eigenen Reiheneckhauses das Thema „Postmoderne Architektur“ zu verfolgen. Fotos von Reisen sind nur dann von Interesse, wenn man dabei einen besonderen Aspekt seiner Seh-Erfahrung darstellt.

Ihre angewandten Arbeiten:
Sollten Sie bereits ein Praktikum in einem Studio, einer Agentur oder einem grafischen Betrieb absolviert haben, können Sie Arbeitsbeispiele aus dieser Zeit Ihrer Mappe beilegen. Voraussetzung ist natürlich, dass es Ihre eigenen Entwürfe sind. Bei bereits gedruckten Arbeiten sollten Sie eine selbstkritische Auswahl treffen. Insbesondere dann, wenn Sie der Meinung sind, dass der Auftraggeber Ihre Gestaltungsidee zerstört, Ihr Vorgesetzter Ihre Kreativität behindert und die Druckerei wieder einmal alles falsch gemacht hat.

Unsere Bewertungskriterien:
Die Aufnahmekommission bewertet anhand dieser freien zeichnerischen und fotografischen Arbeiten das Wahrnehmungs-, Vorstellungs- und Darstellungsvermögen der Bewerberinnen und Bewerber.

Ihr kreativer Schwerpunkt:
In Ihre Mappe können Sie sowohl zeichnerische und malerische als auch fotografische Arbeitsbeispiele einbringen. Auch Kurzfilme auf Video oder CD oder Abbildungen von Skulpturen, die Sie vielleicht während Ihrer Schulzeit geschaffen haben, können beigelegt werden. Ihre Mappe kann durchaus einen zeichnerischen oder einen fotografischen Schwerpunkt haben. Sie kann nur zeichnerische oder nur fotografische Beispiele enthalten, wenn Sie in einem der beiden Bereiche besondere Fähigkeiten und Kenntnisse zeigen können.

Unsere Größenordnung:
Die Mappe sollte nicht größer als DIN A1 und nicht kleiner als DIN A2 sein. Die maximale Größe Ihrer Arbeitsbeispiele beträgt also 60 x 84 cm, die minimale 42 x 60 cm, inklusive Passepartouts.

Ihre Präsentationsform:
Fotografische Arbeiten sollten Sie eventuell mit einem Passepartout versehen oder auf Fotokarton aufziehen. Dies ist auch bei freien zeichnerischen oder malerischen Arbeiten empfehlenswert, es sei denn, Ihre freien zeichnerischen Arbeiten wurden bereits im jeweiligen Mappenformat angelegt (wie beispielsweise Aktzeichnungen). Die Passepartouts einer Bildserie sollten gleich groß sein. Alle Arbeiten müssen Sie bitte auf der Rückseite(!) mit Ihrem Namen lesbar kennzeichnen. Großspurige Künstlersignaturen sind zu vermeiden.

Ihre typografische Gestaltung:
Typografie ist integraler Bestandteil Ihres Studiums. Hierfür benötigen Sie eine hohe Sensibilität und Freude am Detail. Vor allem aber folgt Typografie einem Ordnungsprinzip, das es zu entdecken oder zu erfinden gilt. Schon bei der Gestaltung Ihrer Mappe sollten Sie diese Sensibilität für das Systematische darzustellen versuchen.

Ihre Vorbereitungszeit:
Beachten Sie bitte, dass die Präsentation Ihrer eigenen Arbeiten vor, während und nach dem Studium mit ausschlaggebend ist für die Bewertung Ihrer kreativen Leistung. Sie stehen im Wettbewerb mit Bewerberinnen und Bewerbern, die sich über Wochen intensiv auf ihre Mappenvorlage vorbereitet haben. Wenn Sie nicht über genügend Arbeitsbeispiele verfügen, sollten Sie frühzeitig mit Ihrer Mappenvorbereitung beginnen. Mappen, die nach dem Abi in aller Schnelle zusammengewürfelt werden, haben in der Regel kaum Chancen.

Ihre Informationspflicht:
Informieren Sie sich in den Hochschulen und Fachhochschulen in Ihrer Nähe. Besuchen Sie
die regelmäßig am Ende eines jeden Semesters stattfindenden Diplomausstellungen. Erkundigen Sie sich nach Informationsveranstaltungen der einzelnen Hochschulen. Fragen Sie Studierende oder ehemalige Studentinnen und Studenten, wie eine „kreative“ Mappe auszusehen hat.

Darüber hinaus sollten Sie das Kulturangebot Ihrer Umgebung ab sofort so intensiv wie möglich nutzen. Trauen Sie sich regelmäßig in verschiedene Theater! Oder gar in die Oper. Wagen Sie sich in die großen Kunstmuseen unseres Landes. Nirgendwo auf der Welt ist die Kulturlandschaft so dicht besiedelt wie in Nordrhein-Westfalen. Selbstverständlich werden Sie alle Ausstellungen über Produkt- und Kommunikationsdesign, über Fotografie, Video und Film besuchen und sich erneut für Literatur interessieren.

Ihre Kreativität hängt von Ihrer Kulturerfahrung ab. Bildung ist keine Einbildung.