Designer - Josef Albers

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Josef Albers als einen Designer zu bezeichnen mag vielleicht auf den ersten Blick befremdlich klingen, doch spätestens wenn man seine Arbeiten sieht, die berühmten farblichen Quadrate wird diese, wenn auch nicht von ihm bewusste Seite sehr lebendig. Ein fundamental tiergehendes sich Auseinandersetzen mit der Form und Farbe ist die tägliche Arbeit jeden Designers. Fügt man noch die fast schon wissenschaftliche Weiterentwicklung jedes Werkes (und die numerischen Namen der Bilder) kommt der Designprozess sehr greifbar an den Tag.

Albers experimentierte viel mit der Wirkung von Farben, Formen, Linien und Flächen aufeinander, mit der Subjektivität der optischen Wahrnehmung: "Nur der Schein trügt nicht". Mit seinen Zeichnungen auf der Grundlage von optischen Täuschungen gehört er neben Victor Vasarely zu den Begründern der Op-Art. In diesen Zusammenhang gehört auch seine berühmteste Serie "Hommage to the Square", deren Bilder immer gleich aus drei oder vier ineinander geschachtelten Quadraten verschiedener Farben besteht. Die Farben sind nie gemischt, sondern direkt aus industriell hergestellten Farben aufgetragen, deren Artikel-Nummern der Maler auf der Rückseite der Bilder vermerkte. Dadurch wird ersichtlich, dass ein und dieselbe Farbe je nach Umgebung völlig unterschiedlich auf den Betrachter wirkt. Daher wird Albers auch zu den Vertreter von Hard edge gezählt.

Josef Albers beginnt seine akademischen Ausbildung in Berlin, Essen und München. Das Studium am Bauhaus in Weimar beginnt Albers 1920. Seine sehr erfolgreiche Karriere als Kunstpädagoge beginnt danach bereits 1923, als er dort mit der Leitung der Werkstatt für Glasmalerei beauftragt wird. Neben Glasbildern entstehen im folgenden Jahrzehnt auch zahlreiche Entwürfe für Möbel, Glas- und Metallgeräte. Die Farbe spielt in dieser Zeit für Albers kaum eine Rolle. Der Künstler schafft, wohl angeregt durch Theo van Doesburg ("De Stijl"), sachlich klare, von der Natur unabhängige Ordnungen. Ein wesentliches Kontinuum in Albers' Werk sind einzelne Themen und Sujets, die dabei immer wieder variiert werden.
Nachdem das Bauhaus 1933 durch die Nationalsozialisten geschlossen wird, geht Albers an das Black Mountain College in Ashville, N.C. Albers siedelt auch in die USA über. Im Jahr 1958 erhält Albers seine Emeritierung als Direktor der Kunstschule des Institute of Fine Arts der Universität Yale. Damit endet seine Tätigkeit als Kunstpädagoge. Eine neue Periode im Schaffen des Künstlers Josef Albers beginnt mit der Übersiedlung in die Vereinigten Staaten. Albers experimentiert mit linearen Formen, die die Sicherheit geometrischer Ordnungen durchbrechen. Dabei bezieht Albers nun auch die Farbe in seine Kompositionen mit ein. Sein "geometrische Surrealismus" (Werner Spies) fordert die sinnliche Wahrnehmung des Betrachters heraus, der als Individuum das Kunstwerk miterleben und immer wieder neu erschaffen soll.
In seinen Serien wie "Homage to the Square" geht es um die Interaktion der Farben, die durch bloße Gegenüberstellungen ihre Wirkung unendlich verändern können. Josef Albers war sowohl als Lehrer, wie auch als Künstler wegweisend für eine ganze Generation amerikanischer Künstler. Kunstrichtungen, wie Op-Art, kinetische Kunst, Colourfield Painting und Neue Abstraktion sind von seinem Schaffen beeinflusst. Mit der Ausstellung "The Responsive Eye" im Museum of Modern Art, New York wurde Albers auch als Künstler international bekannt. Er erhält zahlreiche Ehrungen. Insgesamt vierzehn Ehrendoktorwürde gehören dazu. Das Große Verdienstkreuz des Ordens "Pour le Mérite" wird Albers 1968 verliehen..

Ausbildung zum Volksschullehrer und Weiterbildung zum Kunsterzieher. Anschließend Kunststudium an der Münchener Akademie bei Franz von Stuck.

Am Bauhaus von 1920-1933: Vorkurs bei Itten, dann Arbeit in den Werkstätten für Wandmalerei und Glasmalerei. Um 1923 Leitung der Werkstatt für Glasmalerei. Seit 1923 Lehrauftrag für den Vorkurs.

Ab 1925 Bauhausmeister und Leitung eines Teils des Vorkurses, ab 1928 des ganzen Vorkurses. 1928-1929 Leitung der Möbelwerkstatt. Während der Zeit am Bauhaus entstehen Glasbilder, Typografie, Entwürfe für Möbel und Gebrauchsgegenstände aus Metall und Glas.

Nach der Emigration in die USA 1933 Professor am Black Mountain College bis 1949. Von 1950-1959 Direktor des Department of Design der Yale University.

Seit den 40er Jahren Entwicklung eines bedeutenden malerischen und theoretischen Werkes über die optische Wirkung der Farbe, das ihn zu einem der wichtigen Künstler seiner Zeit und zu einem Vorläufer der Op Art werden ließ.