Eric Gill

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Eric Gill (geboren 1882 in Brighton; gestorben1940 in Uxbridge) war ein britischer Bildhauer, Grafiker und Typograf. Besonders berühmt wurde er für seine Schrift "Gill Sans".

Er studierte an der Chichester Technical and Art School. Später nahm er an Schriftkursen an der Central School of Arts and Crafts in London bei Edward Johnston teil. 1936 wurde er als »Royal Designer for Industry« ausgezeichnet.

Als sich Futura in Deutschland Ende der 20er Jahre zum Bestseller entwickelt, sucht Stanley Morison für seinen Arbeitgeber Monotype ein britisches Äquivalent. Irgendwann Ende 1928 fällt ihm der Bildhauer und Zeichner Eric Gill ein, der 7 Jahre zuvor mit Edward Johnston eine beeindruckende Sansserif für die Londoner U-Bahn mitentworfen hat. So ähnlich könnte der »Futura-Killer« aussehen.

Noch am selben Tag reist Morison ins walisische Nest Capel-y-ffin, wohin sich der 42-jährige Gill 1924 zurückgezogen hat, um die Schrift Perpetua fertigzustellen. Morison braucht nicht lange, um den Künstler davon zu überzeugen, dass er der richtige Mann für den Job sei, zumal dieser noch jede Menge Schriftideen in der Schublade liegen hat.

Zwei Wochen später begutachten sie beide in London alte und neue Skizzen von Schriften. Morison war erstaunt, dass viele der Johnston-Buchstaben mit nur wenigen Eingriffen eine vorzüglich lesbares Textschrift ergaben, trotz geringer Mittellänge. Der Grund: die Zeichen der neuen Gill-Schrift basieren zunächst auf Antiqua-Formen und Proportionen; erst in einem zweiten Schritt geometrisierte ihr Entwerfer die Lettern.

Gill Sans

Gill Sans - Schrift, Design Buchstabe

Über 36 Garnituren der Gill Sans entstanden in den Jahren 1929 bis 1932 für den Bleisatz. Das besondere an der Grotesk – im Vergleich zur Futura – ist nicht allein der ausgeprägte Strichstärken-Kontrast: ja alle Schnitte weisen einen eigenen Charakter auf, weil sie nicht mechanisch aus einem Entwurf abgeleitet sind.

Die Schriftart Gill Sans ist eine serifenlose Linear-Antiqua, die von Eric Gill zwischen 1928 und 1930 entworfen wurde. Die Gill Sans basiert auf Edward Johnstons (von Gill mitgestalteter) Schriftart Johnston Sans und wird wegen ihrer ruhigen Eleganz und ihrer vielseitigen Verwendbarkeit geschätzt. Die Buchstabenformen und Proportionen bauen auf der Renaissance-Antiqua auf.

Eine Besonderheit ist, dass die verschiedenen Schriftschnitte nicht systematisch aufeinander aufbauen, sondern jeweils einen eigenen Charakter haben. Kursivschriften, bei denen wie bei den Kursiven der Antiqua-Schriften einige Buchstaben handschriftähnliche Formen aufweisen, gibt es nur zu den Schriftschnitten Light und Regular.

Bekannt wurde sie durch die Verwendung bei der London and North Eastern Railway und später bei der British Rail.

Seit 1997 wird die Gill Sans bei der BBC als Schriftart für ihr Firmenlogo und in den Logos einzelner Sendungen verwendet.

Ferner wurde die Gill Sans als fetter Schriftschnitt für Verkehrszeichen und Wegweiser in der DDR verwendet und ersetzte hier die DIN-Schrift.

Durch die Auslieferung der Gill Sans mit dem Betriebssystem Mac OS X ist die Gill Sans in zahlreichen Büchern und Werbeanzeigen verwendet worden.

Aufgrund der großen Popularität gibt es auch Nachahmungen wie etwa Humanist 521 von Bitstream.