Offset Druck

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Offset Verfahren
Beim Offsetdruckverfahren sind einige Arbeitsschritte vor dem eigentlichen Druck notwendig. Zuerst wird der Text gesetzt, bzw. die Abbildungen reproduziert. Dann findet der Umbruch statt. Anschließend werden das Ausschießen und die Bogenmontage vorgenommen, bevor die Plattenkopie stattfindet. Die Maschine wird eingerichtet und das Farbwerk und das Feuchtwerk eingestellt. Schließlich erfolgt der Auflagendruck.

Das Verfahren bedient sich der selektiven Benetzung einer bildmäßig strukturierten Oberfläche (Druckform) durch eine Druckfarben-Feuchtmittel-Emulsion und nachfolgender Übertragung des Benetzungsbildes auf einen Gummizylinder (Gummituch), der seinerseits auf den eigentlichen Bedruckstoff (Papier, Folie, Metall etc.) überträgt (druckt). Dieser Zwischenübertragung des Druckbildes („offset“) verdankt das Verfahren seinen Namen. Es ist daher ein indirektes Druckverfahren. Das Gummituch hat den Vorteil, dass kein Abschmirgeln der farbannehmenden Schichten durch Berührung der Platte mit dem Papier stattfinden kann. Die Druckformherstellung ist einfach, schnell und preiswert im Gegensatz zur Herstellung einer Hochdruckplatte. Die üblichen Druckträger des Offsetdrucks sind Monometallplatten aus Zink oder Aluminium mit einer Stärke von 0,1 bis 0,5 mm. Sie werden für Drucke mit einer Auflage von bis zu 100.000 Exemplaren verwendet, können durch Einbrennen auch für höhere Auflagen verwendet werden. Diese Zink- oder Aluminiummetallplatte wurde von der technisch überlegenen Bi- oder Trimetallplatte abgelöst, die aus Kupfer, Stahl und Chrom besteht. Dadurch wurde eine bessere Druckqualität erreicht. Die so hergestellten Platten sind haltbarer und kopierfähig.

Die druckenden Stellen auf der Druckplatte sind „fettfreundlich“ (lipophil), sie werden von Druckfarbe benetzt. Man sagt: Sie nehmen die Druckfarbe an. Die nichtdruckenden Stellen hingegen sind hydrophil, sie werden von Wasser benetzt. Man sagt: Sie nehmen Wasser Feuchtmittel an. Der Stofftransport der Druckfarbe und des Feuchtmittels auf die Druckform erfolgt durch Walzen des sogenannten Farbwerkes bzw. des sogenannten Feuchtwerkes der Druckmaschine. Der erste Zylinder trägt die Druckplatte, während der zweite Zylinder mit dem Gummituch bespannt ist. Der dritte Zylinder ist der Gegendruckzylinder. Das Gummituch verläuft zwischen dem ersten und zweiten Zylinder. Technologiebedingt wird der Bedruckstoff auch befeuchtet. Das dadurch hervorgerufene Quellen des Druckpapiers kann zu unerwünschten Dimensionsänderungen führen. Der Bedruckstoff sollte staubarm sein, da sonst das Gummituch beim Druck beschmutzt werden würde. Auch bei der Verarbeitung rauher Papiersorten können sehr gute Ergebnisse erzielt werden.

Offset Format
Nach der Art des zugeführten Papiers werden Bogenoffset und Rollenoffset unterschieden. Bogenoffset eignet sich für kleine und mittlere Auflagen und kommt daher vorwiegend im Akzidenz-, Buchdruck und für Verpackungen und Kartonagen zum Einsatz. Beim Rollenoffset kommt das Papier direkt von einer großen Rolle. Es kommt vorwiegend bei großen und sehr großen Auflagen zum Einsatz, zum Beispiel beim Zeitungs-, Katalog- und Telefonbuchdruck oder Werbebeilagen, -wurfsendungen sowie bei der Produktion von Taschenbüchern.

Offset Bogen- und Rollenoffsetverfahren
Im Offsetdruck werden sowohl Rollenoffsetmaschinen, als auch Bogenoffsetmaschinen eingesetzt. Der Einrichte- und Druckvorgang beider Verfahren sind fast vollständig automatisiert. Im Bogenoffsetverfahren können bis zu 15.000 Bogen pro Stunde gedruckt werden. Mehrfarbenmaschinen erlauben den Nass-in-Nass Druck. Das Papiergewicht sollte nicht über 600g/qm betragen. Es gibt Bogenoffset-Maschinen von der Einfarben bis heute maximal Zwölffarben-Maschine. Darüber hinaus kann schon ab einer Zweifarben mit Wendung bestellt werden. Dann wird der Bogen automatisch in der Maschine umgestülpt. Es wird also nur ein Durchgang erreicht, was die Wirtschaftlichkeit erhöht. Es gibt entweder vor dem ersten Druckwerk noch Flexodruckwerke (Hochdruckverfahren), oder vor der Wendung eventuell noch ein Lackierwerk und/oder einen Trockner. Das Gleiche geschieht nach der Wendung. Es gibt auch Achtfarben ohne Wendung und Trockner für viele Spezialeffekte wie Sonderfarben oder bestimmte Lacke. Dies wird häufig in den U.S.A. eingesetzt. Des weiteren gibt es aber meist ab einer Achtfarben mit Wendung einen Rolle/Bogen-Anleger. Das Papier wird direkt von der Rolle in die Anlage geführt und dort auf das Format geschnitten, bevor es auf den Anlagetisch läuft und bedruckt wird. Das Verfahren wird meist im Magazin-Druck, wo Schnelligkeit gefragt ist, angewendet. Somit ist ein Stapelwechsel am Anleger überflüssig. Wenn der Stapel in der Auslage voll ist, wird einfach ein sogenannter Rechen zwischen die Bogen gesteckt, und der Stapelwechsel in der Auslage findet bei bei voller Geschwindigkeit und ohne Unterbrechung statt. Bei Packungsbeilagen von Arzneien wird genau das selbige gemacht, aber anstatt auf einer Acht- oder Mehrfarben wird dort meist bloß 1/1 farbig schwarz gedruckt. Das spart Zeit und Geld.

Der Rollenoffsetdruck ist ab einer Auflage von zirka 30.000 Drucken wirtschaftlich rentabel. Im Rollenoffsetdruck können die Schön- und Widerdruckseite in hintereinander geschalteten Satellitendruckwerken gleichzeitig bedruckt werden. Im Zeitungsdruck sind den Maschinen Falzaggregate angegliedert. Da hier die Geschwindigkeit des Herstellungsprozesses erheblich höher ist als im Bogenoffsetdruck, sind die meisten Maschinen mit einem Trocknungswerk ausgestattet.

Merkmale des Offset-Druckes
Der Einsatz des Offsetdrucks zur Herstellung eines Werkes lässt sich an bestimmten Merkmalen erkennen. Zum einen fehlen jegliche Schattierungen oder Prägungen auf der Rückseite des bedruckten Bogens, wie sie in anderen Druckverfahren, zum Beispiel im Hochdruck, üblich sind. Zum anderen können keine Quetschränder entstehen, da der Offsetdruck ein Flachdruckverfahren ist. Die Rundschärfe des Textes, der Bilder und Flächen sind hoch. Wenn die Rasterweite falsch eingestellt ist, lassen sich die einzelnen Rasterpunkte erkennen. Eine falsche Rasterwinkelung kann zur so genannten Rosettenbildung führen. Dies bedeutet, dass bestimmte Muster immer wieder in einer homogenen Fläche auftauchen.